Schnuppere reine Luft!

Wenn Du nicht der Führende bist, dann ist es immer das gleiche Dilemma. Sicher, man kann nicht immer Erster sein. Doch ist es nicht interessant, dass die Segler, die vom Start gut wegkommen, ihren Vorsprung in der Regatta noch ausbauen? Warum? Weil sie freien Wind ("reine Luft") haben. Kein anderes Segel kann die Luftströmung vor ihnen ablenken, so dass ihre Maschinen (ihre Segel) maximalen Treibstoff (Wind) bekommen. Daher ist ein guter Start so wichtig. Wenn Du in der ersten Reihe bist, bekommst Du maximalen Treibstoff. Aber wenn Du in der dritten Reihe startest, dann bekommst Du nur eine Sparration, und das ist schlecht!
Hast Du Sorge, zu aggressiv am Start zu sein? Oder als "ocs" (Frühstart) oder "bfd" (Frühstart bei "black flag", also bei verschärfter 1-Minuten-Regel) disqualifiziert zu werden?
Mach' Dir darüber keine Sorgen; dadurch bricht die Welt nicht zusammen. Wenn Du einen Frühstart hast, dann zeigt das, dass Du wirklich versuchst, in der ersten Reihe zu starten. Das passiert jedem guten Segler. Beim nächsten Mal bist Du vielleicht ein bißchen vorsichtiger. Aber es ist immer besser zu aggressiv zu starten, als zu vorsichtig! (Man kann sogar folgende Regel aufstellen: "ein guter Segler macht bei jedem x-ten Start einen Frühstart; das ist ein Zeichen, dass er sich bemüht, immer in vorderster Reihe zu starten".)
Freier Wind ist auch beim Runden von Wendemarken von Bedeutung. Beobachte doch mal, was passiert, wenn ein großer Pulk von Booten zur Luvtonne kommt: Jeder, der die Innenposition anstrebt, verliert; die Gefahr, auf die Tonne gedrückt zu werden und anschließend kringeln zu müssen, ist groß. Wenn Du den Pulk an der Tonne siehst, ist es ein kluger Schachzug, freien Wind zu suchen, auch wenn man einen großen Umweg um den Pulk machen muß.
Freien Wind zu suchen ist das Beste, was Du machen kannst, um Dich zu verbessern. Suche den freien Wind, und bald wirst Du das Feld von vorne sehen!